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Studiumabbruch Exmatrikulation

Mit der Exmatrikulation ist das Studium beendet. Es gibt es einige Gründe, die dazu führen, dass man das Studium schon vorzeitig beenden will oder muss. Zum einen kann es passieren, dass die Exmatrikulation wegen nicht bestandener Prüfungen erfolgt oder weil innerhalb eines bestimmten Zeitraumes keine Prüfungen abgelegt wurden. Zum anderen bedingt auch ein gewollter Studienabbruch eine vorzeitige Exmatrikulation, um einen mutigen Schritt Richtung Neuanfang zu wagen. Egal aus welchem Grund das Studium vorzeitig beendet wird - es gibt einige Punkte, an die man denken sollte, damit dem Neuanfang nichts entgegensteht. Denn eine kann auch finanzielle und versicherungstechnische Folgen nach sich ziehen.

Den Antrag auf Exmatrikulation stellt man bei der Hochschule. Wie genau sich der Prozess gestaltet, ist jedoch von Hochschule zu Hochschule verschieden. Die zentrale Studienberatung, der Studierendenservice oder das Studierendenbüro sind mögliche Anlaufstellen, um sich über die Exmatrikulation an der jeweiligen Hochschule zu informieren. Bevor man sich exmatrikulieren kann, ist oft auch ein Nachweis der Hochschulbibliothek notwendig, dass alle geliehenen Bücher zurückgegeben wurden und etwaige offene Leihgebühren beglichen wurden. Da man mit der Exmatrikulation den Studierendenstatus verliert, müssen auch bestimmte Einrichtungen über die Änderung informiert werden. Bestehende Vergünstigungen oder spezielle Studierendentarife sind dann eventuell nicht mehr gültig und müssen angepasst werden. In jedem Fall sollte man die folgenden Stellen mit einer Kopie der Exmatrikulationsbescheinigung kontaktieren:

Krankenkasse

Was sich am bestehenden Versicherungsschutz ändert, hängt davon ab, wie es nach dem Studienabbruch weitergeht, ob eine gesetzliche oder private Versicherung besteht und wie der bisherige Versicherungsstatus war. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist man bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres meist noch über die Eltern beitragsfrei mitversichert. Beginnt man nach dem Studienabbruch aber eine Ausbildung oder ein anderes Arbeitsverhältnis, endet diese Familienversicherung und man wird als Arbeitnehmer versichert. Bei einem Minijob oder einem Einkommen von unter 450 € im Monat kann die Familienversicherung bestehen bleiben. Wenn man im Studium bereits pflichtversichert war (z.B. da älter als 25 Jahre) und nach der Exmatrikulation kein Arbeitsverhältnis beginnt, wird die bestehende Versicherung nach Exmatrikulation automatisch als freiwillige gesetzliche Versicherung fortgeführt. Dadurch ändert sich die Höhe des Versicherungsbeitrages. Wie dieser berechnet wird, kann bei der jeweiligen Krankenkasse eingesehen werden. Beginnt man ein neues Studium, so kann der vorherige Versicherungsschutz fortgeführt werden. Bei einer selbstständigen Tätigkeit muss ebenfalls der Versicherungsschutz entsprechend angepasst werden. In der privaten Krankenversicherung erfolgt durch die Exmatrikulation in der Regel keine Änderung - zur Sicherheit sollte aber auch hier nachgefragt werden.

Familienkasse (Kindergeldstelle)

Auch die Kindergeldstelle muss über die Exmatrikulation sofort informiert werden. In der Regel ist diese bei der Agentur für Arbeit angesiedelt. Die zuständige Agentur für Arbeit findet sich zum Beispiel hier. Erfolgt die Meldung bei der Kindergeldstelle erst verspätet, kann es dazu kommen, dass Kindergeld zurückgezahlt werden muss. Für alle, die jünger als 25 Jahre sind, bleibt der Kindergeldanspruch bestehen.

BaföG-Amt, bei Studiendarlehen auch die zuständige Landesbank

Das zuständige BaföG-Amt muss sofort über die Exmatrikulation in Kenntnis gesetzt werden. Andernfalls können alle Förderungen, die nach dem Studienabbruch ausgezahlt wurden, in voller Höhe zurückgefordert werden. In welchen Fällen der Anspruch auf Ausbildungsförderung weiterbesteht, kann beim zuständigen BaföG-Amt erfragt werden. Es ist auch bei allen weiteren Fragen zu dieser Thematik die richtige Kontaktstelle. Welches Studentenwerk/BaföG-Amt in der jeweiligen Hochschulregion zuständig ist, kann hier gefunden werden.

Weitere Infos zur BaföG-Förderung bei Studienabbruch finden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ) und unserer Seite zur Studienfinanzierung.

Nebenjob

Bei einem Nebenjob und Studienabbruch kommt es darauf an, wo du diesem nachgegangen bist. Auf einen Minijob auf 450 €-Basis hat die Exmatrikulation in der Regel keine Auswirkungen. Bei einer Werkstudententätigkeit muss der Arbeitgeber über den Studienabbruch informiert werden, da sich die Sozialversicherungsbeiträge ändern, wenn eine Weiterbeschäftigung möglich ist. Als Hilfskraft an der Hochschule besteht in der Regel keine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit, da dazu ein Studierendenstatus nötig ist. Infos zur finanziellen Überbrückung nach einem Studienabbruch findest du hier:

Wohnung

Auch auf die Wohnsituation kann eine Exmatrikulation Auswirkungen haben. Nämlich dann, wenn man bisher im Studentenwohnheim gelebt hat. Zum Thema "frühzeitige Exmatrikulation" gibt der Mietvertrag Auskunft über die Bedingungen, wie lange man auch als "Nicht-Student" noch im Wohnheim bleiben kann. In jedem Fall ist es aber sinnvoll, sich frühzeitig um Alternativen zu kümmern, vor allem in Städten, in denen chronischer Wohnungsmangel herrscht.

Studienabbruch, wann exmatrikulieren?

Diese Frage stellt sich vor allem bei Studierenden, die einen Fachrichtungswechsel in Erwägung ziehen. In diesem Fall können bestimmte Ansprüche bestehen bleiben, wenn die Bedingungen dafür weiter vorliegen (z.B. BaföG, Kindergeld und Krankenversicherung). Der Anspruch erlischt, sobald die Exmatrikulation vollzogen wurde. Es ist deshalb ratsam, das alte Studium für einen Fachrichtungswechsel möglichst bis zum Ende des Semesters weiter zu führen, bevor man im nächsten Semester im neuen Studium startet. Die richtigen Kontaktstellen, um sich über einen Studienabbruch und die Möglichkeiten danach zu informieren, findet man hier: